Laikas „Wildwood“ ist derzeit der Film, den es in Varietys aktualisierten Prognosen für den Oscar 2027 für den besten Animationsfilm zu schlagen gilt. Die Einschätzung vom 3. November bezeichnet das diesjährige Rennen als ungewöhnlich umkämpft und verweist auf die wachsende Vielfalt von Animationsfilmen, die sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder richten.

„Wildwood“ wurde von Travis Knight inszeniert und produziert und ist Laikas erster Spielfilm mit einer PG-13-Altersfreigabe. Mit einer Laufzeit von 130 Minuten teilt der Film laut Variety den Rekord als längster englischsprachiger Animationsfilm. Er wurde von der Kritik stark gelobt, war an den Kinokassen jedoch weniger erfolgreich. Knight war zuvor für „Kubo – Der tapfere Samurai“ für einen Oscar nominiert.

Zu den weiteren Kandidaten zählen „Ray Gunn“ unter der Regie von Brad Bird, Daniel Chongs „Hoppers“, „Forgotten Island“ von Joel Crawford und Januel Mercado sowie Leah Nelsons „Tangles“. Ebenfalls im Rennen sind Louis Clichys „Iron Boy“ und Andrew Stantons „Toy Story 5“.

„Tangles“ basiert auf Sarah Leavitts Graphic Memoir über die Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter Ende der 1990er-Jahre. Nelson, die mit dem Film ihr Spielfilm-Regiedebüt gibt, schrieb die Adaption gemeinsam mit Leavitt. Abbi Jacobson spricht Sarah, während Julia Louis-Dreyfus ihrer Mutter ihre Stimme leiht und außerdem als Produzentin tätig ist – gemeinsam mit Seth Rogen und Lauren Miller Rogen.

Sowohl „Tangles“ als auch „Wildwood“ werden bei den Golden Globes in den Dramafilm-Kategorien statt in der für Animation üblichen Komödien-Kategorie eingereicht. Variety merkt an, dass diese Entscheidung widerspiegelt, wie die Kreativteams ihre Filme verstanden wissen wollen, und weist zugleich darauf hin, dass sich an Erwachsene gerichtete Animation auf eine längere Tradition stützen kann, zu der auch die früheren Oscar-Nominierten „Persepolis“ und „Anomalisa“ gehören.

Der Oscar für den besten Animationsfilm wird zudem nicht mehr so stark von Disney und Pixar dominiert. Seit „Guillermo del Toros Pinocchio“ bei der 95. Oscarverleihung gewann, ging der Preis an „Der Junge und der Reiher“, „Flow“ und „KPop Demon Hunters“. Variety hält es für möglich, dass ein Animationsfilm in die Auswahl für den besten Film aufgenommen wird. In dieser Kategorie gab es bislang nur drei Animationsfilm-Nominierungen: „Die Schöne und das Biest“, „Oben“ und „Toy Story 3“.

Die vorläufige Abstimmung der Academy über die Oscar-Shortlists in 12 Kategorien ist für den 7. bis 11. Dezember 2026 angesetzt; die Shortlists sollen am 15. Dezember veröffentlicht werden. Die Abstimmung über die Nominierungen ist für den 11. bis 15. Januar 2027 vorgesehen, die Nominierungen werden am 21. Januar bekannt gegeben. Die 99. Oscarverleihung soll am 14. März 2027 stattfinden und von Conan O’Brien moderiert werden.

Quellen: Variety.