HBO wird eng mit wegweisenden Dramen wie The Sopranos, The Wire, Succession und Game of Thrones verbunden, doch sein Katalog umfasst auch Serien, die deutlich weniger nachhaltige Aufmerksamkeit erhielten. Einige erschienen in einer überfüllten Fernsehlandschaft, einige wurden zu früh abgesetzt, und andere gerieten schlicht aus dem kollektiven Gedächtnis. Laut dem Quellartikel ragen fünf dieser Serien aufgrund ihrer Qualität und Bedeutung heraus.
Rome erhielt bei seiner Ausstrahlung erhebliches Lob, erreichte aber nicht die angestrebten fünf Staffeln und lief nur zwei. Die Serie schilderte den Untergang der Römischen Republik und den Übergang in das Römische Kaiserreich und balancierte groß angelegte politische Umwälzungen mit den Geschichten zweier Soldaten, Lucius Vorenus (Kevin McKidd) und Titus Pullo (Ray Stevenson). Ihr epischer Produktionsumfang, ihre Aufmerksamkeit für historische Genauigkeit und ihre schonungslose Darstellung der Stadt machten sie zu einem Kritikererfolg, doch sie wurde wegen hoher Produktionskosten abgesetzt. Die Serie war ein früher Vorläufer von Game of Thrones und ein ehrgeiziges Beispiel für eine gewaltige internationale Historienproduktion.
The Outsider war eine HBO-Miniserie, adaptiert nach einem Werk von Stephen King und geschaffen von Richard Price, einem Autor von The Wire. Die Geschichte beginnt mit dem brutalen Mord an einem jungen Jungen, woraufhin Little-League-Trainer Terry Maitland (Jason Bateman) verhaftet wird, als alle Beweise auf seine Schuld hindeuten. Sein Alibi jedoch platziert ihn weit vom Tatort entfernt. Mit Hilfe der Privatdetektivin Holly Gibney (Cynthia Erivo) versucht Detective Ralph Anderson (Ben Mendelsohn), einen nahezu unmöglichen Fall zu lösen, der sich dem Surrealen nähert. Die Serie funktioniert sowohl als Ermittlungsdrama als auch als übernatürlicher Thriller. Ihr Tempo kann bis zum Stillstand verlangsamen, doch sie baut eine bedrückende Atmosphäre auf und geht allmählich in offenen Horror über. Sie wurde gut aufgenommen, wurde aber nicht zu einem kulturellen Bezugspunkt in der Größenordnung von HBO-Detektivserien wie True Detective.
Treme wurde von David Simon, dem Schöpfer von The Wire, und Eric Overmyer geschaffen. Die Serie spielt im historischen Viertel Tremé in New Orleans und folgt den Bewohnern nach Hurrikan Katrina, während sie mit den Folgen fertigwerden und ihre Häuser wieder aufbauen. Über vier Staffeln hinweg bleibt die Serie eines von HBOs eher meditativen Dramen, und ihre Eigenart ist ihr größtes Verkaufsargument. Sie ist ein fesselnder Blick darauf, was nach dem Sturm geschieht, statt auf die Ereignisse, die dazu führten, und bietet eine packende Darstellung von Widerstandskraft. Die Serie verlässt sich nicht auf spannende Handlungsstränge, Rätsel oder befriedigende erzählerische Zuspitzungen. Stattdessen ist sie eine humane und emotionale Geschichte über die lokale Gemeinschaft, die sich auf gewöhnliche Leben konzentriert, während die Menschen versuchen, das Verlorene wiederzuerlangen und sich auf eine hoffnungsvollere Zukunft zuzubewegen.
Oz, das 1997 debütierte, war HBOs erstes Experiment mit dem Format der einstündigen Dramaserie und bleibt eine der wichtigsten Serien des Senders. Executive Producer Barry Levinson sagte gegenüber der Television Academy, es habe einen gewaltigen Wandel in der Ausrichtung von HBO markiert, das zuvor Filme gezeigt habe und plötzlich eigene Serieninhalte besaß. Obwohl die schonungslose Gefängnissaga keine langfristige Anhängerschaft aufrechterhielt, bleibt sie eines von HBOs besten Angeboten. Wie The Sopranos bietet sie ein hochkarätig besetztes Ensemble von Figuren mit zweifelhafter Moral. Die Serie opfert gelegentlich die Logik dem Sensationellen, und ihre Gewalt kann grausam sein. Die ersten drei Staffeln sind besonders stark wegen ihrer relativ geerdeten, überschaubaren Geschichte, und obwohl spätere Handlungsstränge abstruser werden, etwa die Storyline um die Alterungspille in Staffel 4, behält die Serie genug Schwung, um sie zu Ende zu schauen.
Show Me a Hero, ein weiteres David-Simon-Projekt, nimmt das relativ unscheinbare Thema kommunaler Wohnungspolitik und verwandelt es in einen fesselnden politischen Thriller. Die Serie spielt in Yonkers, New York, und folgt Nick Wasicsko (Oscar Isaac), als er sein Amt antritt, während ein gerichtlich angeordneter Plan zur Schaffung von Sozialwohnungen in einem überwiegend weißen Vorort umgesetzt werden soll. Die Serie schildert Wasicskos Dilemma und die Reaktionen der Gemeinde auf die gerichtliche Anordnung und verbindet das Politische mit dem Persönlichen durch alleinerziehende Mütter, die die Belastungen vernachlässigter Viertel erleben. Sie balanciert Dramatisierung mit einem hohen Maß an Genauigkeit und nutzt ihre begrenzte Episodenzahl effizient, indem sie beide Seiten des Konflikts in den Blick nimmt. Indem sie verschiedenen Perspektiven folgt, insbesondere Mary Dormans (Catherine Keener) sich wandelnder Haltung zum Wohnungsplan, weigert sich die Serie, die Politik auf einen einfachen Zusammenprall gegnerischer Seiten zu reduzieren. In gewisser Weise dient sie als thematische Vorgeschichte zu The Wire, indem sie ein vollständigeres Bild von der Entstehung von Kriminalität in städtischen Vierteln zeichnet.
Quellen: TVLine.